Geschichte des Zirkus (Teil2)

Die Anfänge des Zirkus in Deutschland

Georges_Seurat_1891.jpgIn Deutschland war vor allem der Circus Renz der neue Impulse für den Zirkus setzte. Ende des 19. Jahrhundert war es Ernst Jakob Renz der erste Deutsche der dem Zirkus wesentlich im internationalen Bereich beeinflusste. Er entwickelte auch einen Gurt (statt einem Sattel) für die Reitkünstler damit sie einen besseren Halt auf dem Rücken ihrer Pferde hatten. Der Circus Busch wurde nach dem Circus Renz zum Synonym des deutschen Zikus. Renz und auch Busch unterhielten mehrere Zirkusse in verschiedenen Häuser großer Städte. Berlin, Wien oder Hamburg waren zentrale Orte für die Häuser.

Die Vielfalt ihrer Programme waren sehr groß. Von Wasserspiele, Ballett, Eislauf und Sängerinnen aber auch, für damalige Verhältnisse, Kuriositäten wie Siamesische Zwillinge konnte man bewundern und bestaunen. In all dem fehlten natürlich nicht die Auftritte der Pferde, die nach wie vor an erster Stelle standen. Auch die Artistik erhielt einen höheren Stellenwert in den Programmen. Was dafür sorgte, war vor allem das Varietes, so erfolgte z.B. ein Unterschied zwischen Kraftjonglage und Salonjonglage. Renz legte viel Wert für die Clownerie, so konnten an einem Abend bis zu 14 Clowns auftreten.

Die Akrobatik wurde auch zu einem der Hauptbestandteile vieler Vorführungen, da auch vermehrt sportliche Disziplinen in den Zirkus Einzug erhielten, wie Rollschuhlauf, Kunstschwimmen und Eislaufen. Bei den Ausstattungspantomimen wurde viel Technik verwendet. So gab es bei Renz, aber auch bei Busch, Wasserfälle, Segelbotte, Fontänen zu bewundern.

Die Themen der Pantomimen umfassten alles was bekannt war, wie Märchen und Historisches, aber auch die Operstücken und Tragödien wurden in den Aufführungen gespielt. Busch engagierte später extra Schriftsteller die Stücke für den Zirkus schrieben.

Der 1. Weltkrieg und die Wirtschaftskrise in Deutschland

schwebebahn-tuffiraus.jpgViele Zirkusdirektoren verdienten anfangs des 20. Jahrhundert viel Geld. Die Artisten, Clowns oder Dresseure hingegen wenig. Die schlechteste Bezahlung erhielten die Musiker und Tänzerinnen. Erst ab 1920 kam es zu einem Verband, der Allgemeinen Circus Direktoren Verbandes (ACDV). Der Vorsitzende war Paul Busch (Direktor von Circus Busch) und noch im gleichen Jahr wurde ein einheitlicher Tarifvertrag ausgehandelt. Dabei sollte man nicht vergessen das die Artisten den eher kleineren Teil eines Zirkus ausmachten, die Arbeiter die den Zirkus aufbauten und Angestellten blieben weiterhin ohne Rechte. Große Schwierigkeiten gab es durch den 1. Weltkrieg und die spätere Weltwirtschaftskrise (1929). Viele Zirkusse mussten geschlossen werden und oft musste man den Zirkus verkleinern. Manche Zikusse versuchten durch lange Reisen in weniger betroffene Länder ihre Vorstellungen aufzuführen. Aber es entstanden in dieser Zeit auch neue Genres wie Trampolinakrobatik und Zirkusmagie.